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Patenschaftsbericht

Grußwort

Sich mit der Kerala-Hilfe für ihre hilfsbedürftigen Schützlinge in Kerala einsetzen zu dürfen ist eine Gnade und Erfüllung. Die Zusammenarbeit hat zugleich enorme Wirkung bei den Menschen vor Ort. Unsere Erde ist in hohe Gefährdung geraten. Täglich sehen wir mehr, wie die Expansion der Selbst-sucht ihr schadet. Was die Welt braucht ist ganzheitliches Denken und eine Globalisierung des Mitgefühls. Daher möchten wir einen Beitrag leisten zur Stärkung der Bindungen unter ihren Bewohnern.

Am Hölderlin-Gymnasium in Heidelberg haben wir seit dem Herbst 2006 mehrere Klassenpatenschaf-ten übernommen. Ca. 120 Schüler erbringen den Gegenwert von jeweils einem Café- oder Bar-Getränk pro Monat, meist mehr. Wir stehen in regelmäßiger Korrespondenz mit den unterstützten Familien durch Schülerbriefe von bewegender Schönheit. Beide Seiten lernen viel übereinander - über ihre sehr anderen Lebensbedingungen, religiösen und kulturellen Eigenheiten sowie über allerlei Aspekte des Alltagslebens. Die deutschen Jugendlichen helfen den indischen mit Spenden, während letztere ihnen die Kraft ihres täglichen Gebetes und den Gefühlsreichtum ihrer Herzen schenken. Beide Seiten geben sich eine besondere Wärme und freundschaftliche Verbundenheit.

An Weihnachten 2008 besuchte ich in Begleitung von John und Aleyamma die Projekte der Kerala-Hilfe und die von Hölderlin-Klassen unterstützten Familien. Ich war zutiefst berührt von den Szenen bitterster Armut und zugleich beeindruckt vom selbstlosen Einsatz der Mitarbeiter. Ich freute mich, dass jeder Cent ankommt. Die Begegnungen mit der einzigartigen Herzlichkeit und Spiritualität der Menschen haben mich reicher gemacht und begleiten mich täglich. Seit meiner Reise bin ich noch mehr zum Helfen motiviert und weiß klarer wovon ich rede. 

Das Prinzip der Selbstsucht hat uns in eine spirituelle Nacht manövriert. Jede Gabe, jede übernommene Patenschaft hingegen ist wie ein Licht im Dunkel. Ich würde mir wünschen, dass immer mehr Menschen sich inspirieren und von ihrer Fantasie leiten lassen, ein solches Licht anzuzünden.

Dr. Albrecht Schork
Englischlehrer
Hölderlin-Gymnasium
Heidelberg